Pfarrkirche St. Ottilia

 

Die Kirche wurde erstmals am 21. August 1177 in einer Urkunde erwähnt, als Kaiser Friedrich I. dem Dorf St. Ottilia in Lengenstein das Marktrecht verlieh. Ab dem frühen 13. Jahrhundert übernahm der Deutsche Orden die Seelsorge in Lengstein. 1860 trennte sich Lengstein von der Mutterpfarre Lengmoos und wurde zu einer eigenen Pfarrkuratie. Den Status einer Pfarrkirche trägt St. Ottilia in Lengstein seit 1917. 

Das Patrozinium der Kirche deutet auf eine Errichtung im 11. bis 12. Jahrhundert hin. Turm und Presbyterium stammen aus dem 15. Jahrhundert, während der südliche Querarm und die zwei Joche des Langhauses 1876 hinzugefügt wurden. Diese Erweiterung, die einem Neubau gleichkam, verzichtete auf Wandmalereien. Die erzählende Funktion übernehmen stattdessen vier farbige Glasfenster im Langhaus, die Szenen aus dem Leben der Heiligen Ottilia darstellen. Im Mittelalter war die Kirche eine bedeutende Wallfahrtsstätte südlich der Alpen. 

St. Andreas in Antlas

Die dem Heiligen Andreas geweihte Kirche erhebt sich auf einer Porphyrkuppe am östlichen Hang des Rittner Berges, hoch über dem Eisacktal, im Weiler Antlas. Dieser Ort wurde erstmals 1177 in einer Urkunde des Klosters Neustift genannt. Funde deuten darauf hin, dass das Gebiet schon vorchristlich als Siedlungs- und Kultstätte diente. 

Im Zuge von Ausgrabungen im Jahr 1939 kamen auf dem Felshügel bei der Kirche Funde aus der Bronzezeit zum Vorschein. Der heutige frühgotische Kirchenbau entstand Mitte des 14. Jahrhunderts. Ein Freskenzyklus mit der Darstellung des Heiligen Christophorus, der aus dem 15. Jahrhundert stammt, wurde in den 1990er Jahren freigelegt. 

St. Verena in Rotwand

Die Kirche der Heiligen Verena in Rotwand ist einzigartig in Tirol, da keine weitere Gotteshäuser dieser Heiligen geweiht sind. Warum gerade hier ein so ungewöhnliches Patrozinium entstand, lässt sich nicht eindeutig klären. Vermutlich gab es Einflüsse aus der Ostschweiz (wo Verena besonders stark verehrt wird) die über das Bistum Chur bis an die Etsch gelangt sind. Der Hügel, auf dem die Kirche steht, dürfte schon in prähistorischer Zeit sowohl als Siedlungs- wie auch als Kultplatz genutzt worden sein.

Spuren deuten zudem auf eine frühere Wallburg hin, die später überbaut wurde. Die erste urkundliche Erwähnung der Kirche datiert auf das Jahr 1256. Der rechteckige Turm wurde um 1400 errichtet, während im 17. Jahrhundert ein Neubau entstand. Im Jahr 2024 erfuhr die Rotwander Kirche St. Verena eine umfassende Renovierung.