Pfarrkirche St. Petrus
Die Pfarrkirche zum Hl. Petrus steht frei auf einem Hügel mit weiter Aussicht nach Bozen, ins Überetsch und ins Unterland. Mit Sicherheit kann man annehmen, dass der Kirchhügel vorgeschichtlich besiedelt war. Historiker vertreten die Ansicht, dass hier eine heidnische Höhenkultstätte gewesen sei. Als sich dann im 5. Jahrhundert die christliche Glaubenslehre durch die römischen Legionäre ausbreitete, wurde die Opferstätte zerstört und eine Kapelle gebaut, die dem Hl. Petrus geweiht wurde. Viele Petruskapellen und -kirchen reichen in diese Zeit zurück. Später entstand daraus die heutige Kirche.
Die Pfarrkirche von Wangen wurde mehrfach neu geweiht, etwa nach einem Umbau am 4. Oktober 1420 durch den Generalvikar von Trient und nach einer weiteren Restaurierung und dem Zubau der Seitenkapelle am 26. Juni 1509 durch den Bischof von Belluno. -->
Beachtenswert sind die gründlichen Renovierungsarbeiten vom Jahre 1931/32 und vom Jahre 1978. Zuletzt hat es die Kunstmalerfirma Peskoller aus Bruneck meisterhaft verstanden, Sandsteinrippen, Pilaster, Frontbogen und Kanzel freizulegen und die Fresken aufzufrischen.
Ein wahres Juwel ist die gotische Kanzel aus Sandstein mit den drei Fresken, den Apostel Paulus, die Rosenkranzkönigin und den Apostel Petrus darstellend. Alle drei wurden 1978 entdeckt und freigelegt. Wertvoll ist auch das Fresko über dem Frontbogen welches die Glorie des Apostels Petrus zeigt und ein Werk des Malers Karl Henrici (1737-1823) ist. Im Chorgewölbe befindet sich ein Fresko, das den König Heraklius, das Kreuz tragend, darstellt. Ursprünglich bildete ein gotisches Fenster den Abschluss des Chores. Links und rechts davon schmücken zwei Fresken die Wand, die das letzte Abendmahl und die Todesangst Christi darstellen. Letzteres wurde 1978 teilweise freigelegt und fügt sich gut in den Altarraum ein.
Der jetzige Hochaltar stammt aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das Altarbild von einem unbekannten Meister zeigt die biblische Szene der Schlüsselübergabe. Die zwei Bischöfe auf mittlerer Höhe stellen den Patron der Erzdiözese Trient und den Hl. Wolfgang von Regensburg dar.
Im Abschluss am Gebälk befinden sich zwischen zwei Engeln die Statuen der Apostel Paulus und Andreas. Den Aufsatz krönt ein Brustbild Gott-Vaters in einem Strahlenkranz von Engeln. -->
Der Anna-Altar rechts stammt aus dem 17. Jahrhundert. Das Altarölgemälde stellt die Erziehung Mariä dar. Rechts und links davon sind die Statuen der hl. Ärzte Kosmas und Damian zu sehen. Am Gebälkabschluss befindet sich ein kleines Ölgemälde vom hl. Sebastian, daneben zwei Engelstatuen.
Der Muttergottes-Altar soll erst im 19. Jahrhundert errichtet worden sein. Das ursprüngliche Ölgemälde mit der Aufnahme Mariens in den Himmel wurde zerstört. Die Altarstatuen wurden öfters ausgewechselt. Die jetzige Fatima-Statue ist ein Dank für Gottes Schutz im zweiten Weltkrieg. Rechts und links befinden sich die Statuen der Jungfrauen Ursula und Apollonia. Im Abschluss am Gebälk der Hl. Rochus, in Öl gemalt, daneben zwei Engelstatuen.
Der Kreuzaltar in der Seitenkapelle wurde 1870 von Prinoth aus Lajen aufgestellt und vom damaligen Kooperator Josef Innerhofer finanziert. Das hochverehrte, aber künstlerisch wertlose Kreuzbild stammt aus der Zeit um 1650. Das Ölgemälde über dem Eingang zur Seitenkapelle ist ein Werk aus der Schule von Franz Unterberger (1706-1776) und zeigt die Hl. Familie.
Eine Zierde für die Kirche sind auch die gotischen Spitzbogenfenster, mit Mittelpfosten, Dreipass und Herzmaßwerk, versehen mit echten Butzenscheiben. Zum Schutz gegen Diebstahl wurden kunstvolle Eisengitter angebracht (ein Werk des Kunstschlossers Franz Mayr aus Leifers).
Im Erdgeschoss zum Turm (alte Sakristei) finden wir eine steingerahmte Mauernische mit der Jahreszahl 1429 (Weingartner).
Im romanischen Turm hängen vier Glocken: die kleine trägt die Jahreszahl 1532, die mittlere das Datum 1537 und die große wurde 1599 gegossen. Das Sterbeglöcklein stammt aus dem Jahre 1930.
Das Kirchendach wurde im Jahre 1989 neu gedeckt. Der Friedhof wurde im Jahre 1989 erweitert und neu geordnet. Der Turm wurde 2001 saniert und auch die Sakristei erneuert.
Als edle Kostbarkeit auf dem Friedhof zählt die gotische Lichtsäule aus dem Jahr um 1450.
Die Kirchenorgel soll vom Orgelbaumeister Franz Reinisch Sen. erbaut worden sein. Als Datum wird das Jahr 1820 angegeben. In einem Stiftsbrief aus dem Jahre 1821 wird das erste Mal ein Organist erwähnt. Im Jahre 1975 wurde die Orgel von der Firma Pirchner aus Steinach am Brenner gründlich restauriert und auf den ursprünglichen Zustand zurückgeführt. Dabei wurden die Prospektpfeilen erneuert; ein fehlendes Register (Zimbel) wurde neu eingesetzt und einige Pfeifen der Mixtur im Manual und im Pedal wurden ergänzt. Die Pedalklaviatur wurde auf 25 Tasten erweitert.
Entdecken Sie einige Eindrücke in der Bildergalerie: